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Zweitaktmotor
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Ein Zweitaktmotor ist ein Hubkolbenmotor, der aus der Verbrennung von Kraftstoff mechanische Leistung erzielt. Ein Arbeitsspiel (ein kompletter Kreisprozess-Umlauf) währt eine Kurbelwellen-umdrehung, also zwei Takte. Wie ein Viertaktmotor kann er als Otto- oder Diesel-Motor arbeiten. Der umgangssprachliche Begriff âZweitakterâ bezeichnet im Alltag einen ventil-losen Ottomotor mit Gemischschmierung und ZĂźndkerze(n), der nach dem Zweitaktprinzip arbeitet; die meisten Zweitaktmotoren sind einfach und kostengĂźnstig, zudem haben sie ein geringes Leistungsgewicht.
Verbreitet wurden Zweitaktottomotoren angewendet in Motorrädern, Mopeds, Motorrollern und der Mehrzahl der Karts. In Personenkraftwagen gab es sie unter anderem bei Trojan, DKW, Aero, Saab, IFA (Trabant, Wartburg, Barkas), Lloyd, Subaru, Suzuki, Mitsubishi und Rollermobilen. Zweitakt-Dieselmotoren gab es auch fßr Diesellokomotiven, Lastkraftwagen (zum Beispiel Krupp Titan) und Flugzeuge (zum Beispiel Junkers Jumo 223).
Sie werden inzwischen noch bei AuĂenbordmotoren und tragbaren Geräten wie Kettensägen, Motorsensen, Rasentrimmern, Laubsaugern und Laubbläsern verwendet, die leicht und leistungsstark sein sollen und eine lageunabhängige Motorschmierung benĂśtigen. Zweitakt-GroĂdieselmotoren werden in Kraftwerken als Antrieb fĂźr Elektro-Generatoren und in Schiffen verwendet (âSchiffsdieselâ, zum Beispiel Wärtsilä RT-flex96C), sie sind die grĂśĂten und stärksten Kolbenmaschinen und zählen zu den Wärmekraftmaschinen mit dem hĂśchsten Wirkungsgrad.
Contents
⢠Vorgeschichte
⢠Arbeitsweise
⢠Spßlung
⢠Gasdynamik
⢠Schmierung
⢠Einlasssteuerung
⢠Auslasssteuerung
⢠Sonderbauarten
⢠Gegenkolbenmotor
⢠Rennsport
⢠Formel 1
⢠Motorradsport
⢠Rennboote
⢠Bootsmotoren
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Geschichte des Zweitaktmotors
Vorgeschichte
Die ersten, heute als verdichtungslos bezeichneten Zweitaktmotoren arbeiteten nach einem anderen Prinzip und werden nur deshalb so genannt, weil sie bei jeder Kurbelwellenumdrehung zĂźndeten â wie auch der moderne verdichtende Zweitakter. Im ersten Takt wurde angesaugt und unverdichtet gezĂźndet, im zweiten Takt das verbrannte Gasgemisch ausgestoĂen. Der Gaswechsel wurde Ăźber Schieber gesteuert. Versuche von Jean Joseph Ătienne Lenoir, Siegfried Marcus und anderen, sie fĂźr mobile Zwecke zu verwenden (zwischen 1860 und 1870), scheiterten unter anderem am ungĂźnstigen Leistungsgewicht der Motoren. Auch der âSylvestermotorâ des Carl Benz von 1879 arbeitete nach diesem Prinzip. Der âortsfesteâ Zweitaktmotor System Benz wurde ab 1881 bei der Mannheimer Gasmotorenfabrik gebaut und in Tausenden von Exemplaren hergestellt.cite-ref-1[1]
Anfänge und technische Entwicklung
Dugald Clerk gilt als der Erfinder des Zweitaktmotors. Um das Patent von Nicolaus Otto zu umgehen, entwickelte er 1878 einen Motor mit getrennter SpĂźlpumpe, der pro Arbeitstakt nur eine Kurbelwellenumdrehung benĂśtigte. Dieses Motorprinzip wurde erstmals 1887 im Petrol-Cycle von Edward Butler (1862â1940) zum Antrieb eines Kraftwagens verwendet. Julius SĂśhnlein erhielt 1891 ein Patent auf die KurbelgehäusespĂźlung, bei dem die Unterseite des Arbeitskolbens als SpĂźlpumpenkolben wirkte. Wie moderne Zweitaktmotoren hatte er Ein- und Auslassschlitze. Der ĂberstrĂśmkanal mĂźndete im Kolbenboden. Gleichzeitig entwickelte Joseph Daycite-ref-2[2] ein ähnliches Prinzip mit einer Ablenkplatte auf dem Kolben, das er zum Patent anmeldete.cite-ref-3[3]cite-ref-4[4]cite-ref-5[5] 1904 konstruierte Alfred Angas Scott erfolgreich einen Zweizylinder-Zweitaktmotor, 1908 baute er eine weiterentwickelte Version in ein Motorrad ein. 1909 grĂźndete er die Scott Motor Cycle Company, die bis 1966 Zweitaktmotorräder herstellte. Hugo Ruppe entwickelte vor dem Ersten Weltkrieg den Zweitaktmotor weiter; seine Patente gingen an die Zschopauer Motorenwerke, die den Zweitaktmotor in groĂen StĂźckzahlen fertigten. 1928 entwickelte der Ăśsterreichische Hersteller Titan die Membransteuerung.cite-ref-6[6] Als groĂer Entwicklungsschritt gilt die 1924 patentiertecite-ref-patent-umkehrsp-lung-7-0[7] UmkehrspĂźlung von Adolf SchnĂźrle, die ab 1932 beim Lizenznehmer Auto Union AG die QuerstromspĂźlung und den Nasenkolben-Zweitakter ablĂśste. Wenig später konnte auch Jawa eine Lizenz erwerben. Nach ErlĂśschen des Patentschutzes wurde das System bei weiteren Motorenherstellern angewendet. Daniel Zimmermann entwickelte 1952 den Flachdrehschiebercite-ref-patent-flachdrehschieber-8-0[8] und Yamaha 1978 die Auslasssteuerung. Auch Toyota setzte die Weiterentwicklung des Zweitaktmotors fort und präsentierte 1977 ein Aggregat mit Ladungsschichtung, SchmierĂślpumpe und katalytischer Nachverbrennung von Kohlenwasserstoffen. Alternativ dazu wurde in der DDR zu dieser Zeit an Zweitaktern mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung gearbeitet.cite-ref-9[9]
Vor- und Nachteile des Verfahrens
⢠HĂśheres maximales Drehmoment, in Kfz daher potentiell grĂśĂeres BeschleunigungsvermĂśgen als hubraumgleiche Viertaktmotorencite-ref-12[12]
⢠GleichmäĂigere Drehmomentabgabe eines einzelnen Zylinders, da er bei jeder Umdrehung zĂźndet, während ein Viertaktmotor nur bei jeder zweiten Umdrehung zĂźndet (â3=6â Werbung von DKW)
⢠Im einfachsten Fall nur drei bewegte Teile: Kolben, Pleuel und Kurbelwelle, dadurch wartungsarmer und zuverlässiger Betrieb. Die Ventilsteuerung historischer Viertakter war ausgesprochen wartungsintensiv und somit ein Argument fßr den Zweitakter. Durch stetige Verbesserungen der Ventilsteuerung verlor dieser Aspekt im Laufe der Zeit jedoch an Bedeutung.
⢠geringes Gewicht
⢠Sehr kurze Warmlaufphase, besseres Kaltstartverhalten
⢠Geringe Stickoxid-Rohemissionen
⢠Lageunabhängiger Einsatz bei Gemischschmierung, was fßr mobile Arbeitsgeräte besonders vorteilhaft ist
Es stellte sich jedoch heraus, dass sich viele prinzipbedingte Nachteile dieser Motorbauart nicht beseitigen lieĂen. Zu den wesentlichen Punkten gehĂśren:cite-ref-mtz2t-11-1[11]
⢠Gaswechsel: FĂźr das AusstoĂen des Abgases und das FĂźllen des Zylinders mit Frischgas steht nur eine kurze Zeit um den unteren Totpunkt herum zur VerfĂźgung. Viertaktmotoren hingegen arbeiten zwei Arbeitstakte als Kolbenpumpe, schieben in einem Takt das Abgas aus und saugen im folgenden Takt Frischgas an. Zweitaktmotoren brauchen hierzu ein eigenes SpĂźlgebläse. Bei kleinen Ottomotoren ist eine KurbelgehäusespĂźlung Ăźblich, bei denen der Kolben mit seiner Unterseite als SpĂźlpumpe wirkt. Sie erfordert bei mehrzylindrigen Motoren eine gasdichte Trennung der einzelnen Kurbeltriebe. Alternativ kann mit externen Gebläsen gespĂźlt werden, beispielsweise mit Roots-Gebläsen oder Drehschieberpumpen.
Da bereits beim Start Spßldruck vorliegen muss und bei symmetrischen Steuerzeiten eine kurze Zeit Abgas- und Ansaugluftkanal gleichzeitig offen stehen, eignen sich Turbolader nur bei einigen Bauarten und nur mit Unterstßtzung, beispielsweise durch ein elektrisch angetriebenes Anfahrgebläse.
⢠Spßlverluste entstehen, weil sich Ab- und Frischgas beim Ladungswechsel vermischen kÜnnen und so Frischgas in den Auslass gelangen oder Abgas im Zylinder verbleiben kÜnnte. Der sich daraus ergebende Verbrauchsnachteil lässt sich durch eine Kraftstoff-Direkteinspritzung erheblich vermindern. Ohne Direkteinspritzung ergibt sich ein Zielkonflikt zwischen Restgas und ausgespßltem Frischgas, siehe auch Fanggrad. Infolgedessen ist der Kraftstoffverbrauch von Zweitakt-Ottomotoren mit Vergasern vergleichsweise hoch.
⢠Thermische Belastung: Durch die hĂśhere Zahl der Arbeitstakte und den Energieumsatz stellen sich fĂźr Zylinder, Kolben und Kolbenbolzen hĂśhere WärmestrĂśme ein, die beispielsweise durch KĂźhlung oder geringere Leistung gemindert werden kĂśnnen. Der KolbenkĂźhlung mit SpritzĂśl steht allerdings speziell die KurbelgehäusespĂźlung entgegen. Wenn das Abgas Ăźber Schlitze ausgeblasen wird, stellen sich an der Gleitfläche der Kolbenringe und am Schmierfilm hĂśhere Temperaturen ein als beim Viertaktmotor. Das Problem vergrĂśĂert sich, weil beim Zweitaktmotor wesentlich mehr Wärme Ăźber den Kolben abgefĂźhrt werden muss als beim Viertakter.
⢠Mechanische und elektrische Belastung: Speziell die Kolbenringe sind im Bereich der Auslassschlitze gefährdet. Dadurch, dass der Kolben und Lager ständig unter Druck stehen, ist die Erhaltung des trennenden Schmierfilms schwieriger. Beim Viertakter ändert sich die Druckrichtung auf diese Bauteile beim Ausschieben und Ansaugen, so dass Ăl in den Spalt von selbst nachstrĂśmen kann. Die ZĂźndanlage unterliegt aufgrund der doppelt so groĂen ZĂźndfrequenz einer besonders starken Beanspruchung und damit auch StĂśranfälligkeit, vor allem bei hochdrehenden Motoren. Der VerschleiĂ der ZĂźndkerzen ist bedeutend grĂśĂer.
⢠Ălversorgung: Bei einer KurbelgehäusespĂźlung mit minimierter Schmierung mĂźssen Wälzlager, meist in der Form von Nadellagern statt Gleitlager verwendet werden, um die Schmiersicherheit zu gewährleisten. Zwar verursachen Wälzlager geringere Reibungsverluste, aber sie verursachen mehr mechanische Geräusche und fallen frĂźher aus als Gleitlager.
⢠Steuerzeiten: Die Steuerzeiten kÜnnen bei Steuerschlitzen nicht verändert werden.
⢠BauhÜhe: Wenn die Steuerschlitze durch den Kolben verschlossen werden, muss ein längeres Kolbenhemd und ein entsprechend langer Zylinder vorgesehen werden. Um weiterhin einen Tauchkolben verwenden zu kÜnnen, muss auch das Pleuel entsprechend länger ausgefßhrt werden. In der Praxis kann ein Viertaktmotor trotz der Ventilsteuerung kompakter gebaut werden als ein Zweitakter.
⢠Abgase: Die Gemischqualität ist wegen der Forderung nach sicherer Entflammbarkeit schlechter bei Îť=1 zu regeln als beim Viertaktmotor. Daher ist die Reduktion der Schadstoffe durch einen Abgaskatalysator schwieriger. Da die Steuerschlitze in der geschmierten Zylinderlauffläche liegen und bei Mischungsschmierung die Ălzufuhr weniger genau auf den tatsächlichen Bedarf einstellbar ist, fĂźhren Zweitakter mehr Ăl als Viertakter im Abgas mit.cite-ref-13[13] Die Folge ist eine erhĂśhte Menge von Kohlenwasserstoffen im Abgas. (Beim Trabant 30-fach grĂśĂer als bei einem vergleichbaren Viertakter.)
⢠Laufruhe: GleichmäĂiger Motorlauf nur im belasteten Zustand. Im Leerlauf läuft der Motor durch hohen Restgasanteil im Brennraum unruhig. Im Schubbetrieb treten (sofern keine Schubabschaltung verbaut ist) häufig unregelmäĂige ZĂźndungen (das sogenannte Schieberuckeln) auf. Einige Zweitakt-Fahrzeuge sind mit einem Freilauf ausgestattet, der Schubbetrieb verhindert.
⢠Bremskraft: Der Zweitakter entwickelt eine geringere Motorbremskraft im Schubbetrieb. Im Falle eines nicht-sperrbaren Freilaufs kann die Motorbremskraft ßberhaupt nicht genutzt werden.
⢠Schubabschaltung: Im Schubbetrieb kann zwar die Kraftstoffversorgung abgeschaltet werden, aber bei längeren Fahrten im Gefälle muss die Schmierung sichergestellt werden, so dass Motoren mit Gemischschmierung nicht als Motorbremse verwendet werden kÜnnen, da längerer Schiebebetrieb zum Kolbenfresser fßhrt.
Da in vielen Anwendungsbereichen niedriger Verbrauch und gute Abgaswerte verlangt werden, hat sich der Einsatzbereich der Zweitaktmotoren auf wenige Bereiche reduziert.
Im Automobilbau konnte sich das Zweitaktverfahren nicht erfolgreich etablieren; im Laufe der 1960er Jahre wendeten sich die letzten Automobilhersteller wie Saab, Suzuki, Mitsubishi und Auto Union vom Zweitaktverfahren ab. Besonders lange wurde der Zweitaktmotor im Automobilbau der DDR beibehalten; noch 1962 sah man sich als eine Domäne des Zweitaktmotorenbaus und war voller Erwartung, die prinzipbedingten Nachteile dieses Motors noch zu bewältigen.cite-ref-14[14] Dies gelang schlieĂlich nicht, aber aus politischen GrĂźnden hielt man am Zweitakter fest, sodass die bis 1990 gebauten Fahrzeuge Trabant 601 und Barkas B 1000 die weltweit letzten serienmäĂigen Pkw und Lkw mit Zweitaktmotor waren.
Längeren Bestand hatte der Zweitakter im Motorradbau. Vorteilhaft war hier das Motorgewicht, welches kleinere und wendigere Motorräder erlaubte. Viele Motorradfahrer stÜrten sich nicht an den Geräusch- und Abgasemissionen oder am unkultivierten Leerlaufverhalten. Im Motorradrennsport spielte der Zweitaktmotor seine prinzipbedingten Vorzßge gegenßber Viertaktmaschinen aus. Ab 1994 setzten gesetzliche Verbote, aus Grßnden der Luftreinhaltung, der Neuzulassung von Motorrädern mit Zweitaktmotor ein Ende.
In Anwendungsbereichen, in denen Lageunabhängigkeit, Einfachheit und geringes Leistungsgewicht wichtig sind, konnte sich der Zweitaktmotor weiterhin halten: Kleine mobile Arbeitsgeräte (insbesondere Kettensägen), Bootsmotoren, Jet-Ski, Ultraleichtflug-Motoren und Kleinmotoren (Modellbau).
In Kraftwerken und sehr groĂen Schiffsantrieben werden groĂe Zweitakt-Dieselmotoren (Langsamläufer) verwendet. Sie zählen zu den effizientesten Kraftmaschinen und kĂśnnen auch billigsten Kraftstoff (SchwerĂśl) verwerten. Dort zählt die Wirtschaftlichkeit, da Abgasemissionen in der Schifffahrt nur langsam reglementiert werden.
Aktuelle Entwicklungen
Nach wie vor gibt es Bemßhungen, das Spßlverlust- und Abgasproblem des Zweitaktverfahrens zu bewältigen, um die Vorzßge gegenßber Viertaktmotoren wieder breiter nutzbar zu machen.
Motorradhersteller wie Beta, KTM, GasGas oder Husqvarna bieten Zweitakt-Ottomotoren fßr ihre modernen Geländesportfahrzeuge an. Bei KTM sind dies mittlerweile ausnahmslos Motoren mit Direkteinspritzung und Umkehrspßlung. Die Spßlverluste halten sich dadurch in Grenzen, sodass die Motoren effizienter und sauberer werden. Darßber hinaus existiert seit 2007 das Envirofit-International-Projekt, bei dem herkÜmmliche Zweitaktmotoren auf Orbital-Direkteinspritzung umgerßstet werden, um umweltfreundlichere Abgaswerte zu erreichen. Dies wird durch Austausch des Zylinderkopfes und Nachrßstung einer Einspritzung (Bausatz) erreicht. Das Ziel dieses Projektes ist es, die millionenfach in Asien anzutreffenden Leichtkrafträder mit herkÜmmlichen Zweitaktmotoren und damit entsprechenden Umweltproblemen durch eine Umrßstung zu umweltfreundlicheren Fahrzeugen zu machen.cite-ref-15[15] Weitere Beispiele sind unter anderem BRP-Rotax-Motoren, die dank eines Direkteinspritzungssystems (Ficht FFI) umweltfreundlicher wurden, so auch die Rotax-Baureihe, die auch in Schneemobilen der Ski-Doo-Serie eingesetzt werden.cite-ref-16[16] Tohatsu baut Zweitaktmotoren mit dem TLDI-System (Two stroke Low pressure Direct Injection) fßr Boote,cite-ref-17[17] Yamaha hat das sogenannte HPDI-System (High Pressure Direct Injection).
Mehrere kleine Unternehmen haben funktionsfähige Gegenkolbenmotoren entwickelt oder sind dabei, sie zu entwickeln, um deren potenziell geringeren Verbrauch nutzbar zu machen. UngewÜhnlich ist die Bauweise des Pivotalmotors, der es mit wassergekßhltem Pivotal-Kolben und Direkteinspritzung ermÜglicht, die Spßlverluste auf ein Minimum zu reduzieren und mit Gemischen von bis zu 1 : 300 gegenßber herkÜmmlichen Kolbenanordnungen (in der Regel 1 : 50 bis 1 : 100) zu arbeiten.cite-ref-18[18]
Arbeitsweise
In Zweitaktmotoren ist unabhängig von Bauart und Kreisprozess der nachfolgend beschriebene Ablauf verwirklicht; die Beschreibung beginnt mit dem unteren Totpunkt. Bei Benzin-Zweitaktmotoren wird im Kurbelgehäuse Luft oder Gemisch angesaugt und vorverdichtet. GroĂe Dieselzweitaktmotoren haben zum Gaswechsel SpĂźlgebläse.
(Die Vorgänge unterhalb des Kolbens bei Zweitaktmotoren mit Kurbelgehäusespßlung sind zur Darstellung kursiv geschrieben.)
Erster Takt: Verdichten / Ansaugen
⢠Durch die Aufwärtsbewegung des Kolbens wird das im Zylinder befindliche Gas (Luft oder Brennstoff-Luft-Gemisch) verdichtet. Durch die Verdichtung erhÜhen sich Temperatur und Druck des Gases. Der Wärmeaustausch mit der Umgebung ist gering, die Verdichtung verläuft nahezu isentrop.
Der nach oben laufende Kolben vergrĂśĂert das Volumen im Kurbelgehäuse, wodurch im Kurbelgehäuse ein Unterdruck entsteht. Sobald der Ansaugkanal vom Vergaser in das Kurbelgehäuse freigegeben wird, strĂśmt Frischgas ein.
⢠Kurz vor dem oberen Totpunkt wird bei Ottomotoren das Brennstoff-Luft-Gemisch durch eine Zßndkerze gezßndet. Es verbrennt so schnell, dass der Kolben sich in der Verbrennungszeit wenig weiterbewegt, das Volumen bleibt etwa konstant (nahezu isochore Wärmezufuhr). Beim Diesel-Zweitaktmotor beginnt die Treibstoffeinspritzung kurz vor dem oberen Totpunkt. Die Verbrennung dauert etwas länger und der Druck bleibt annähernd gleich (isobare Wärmezufuhr). In beiden Fällen entsteht ein hoher Druck.
Zweiter Takt: Arbeiten / Vorverdichten
⢠Das heiĂe Gas expandiert und drĂźckt auf den Kolben, der zurĂźck läuft. Das Gas kĂźhlt sich dabei ab; Wärme wird in mechanische Energie umgewandelt.
Der nach unten laufende Kolben verdichtet dabei das angesaugte Frischgas, sobald der Ansaugkanal verschlossen ist.
⢠In der Nähe des unteren Totpunktes Ăśffnen sich zuerst die AuslassĂśffnung und dann die ĂberstrĂśm- oder Einlasskanäle. Das Abgas entweicht, zunächst bis der Druck unter den in den ĂberstrĂśmkanälen gefallen ist, der Rest wird durch das einstrĂśmende Frischgas ausgespĂźlt. GroĂe Dieselmotoren haben gemeinhin gesteuerte Auslassventile und Einlassschlitze. Kleinmotoren sind schlitzgesteuert, das heiĂt, der Kolben gibt Aus- und EinlassĂśffnungen im Zylinder frei. Das Frischgas kann ein Kraftstoff-Luft-Gemisch sein oder nur Luft bei Motoren mit Direkteinspritzung.
Mit dem Ăffnen der ĂberstrĂśmkanäle kann das vorverdichtete Frischgas aus dem Kurbelgehäuse in den Zylinder einstrĂśmen.
Auf dem Weg des Kolbens zum oberen Totpunkt werden Ein- und AuslassĂśffnungen wieder verschlossen, der Ablauf beginnt wieder mit dem Verdichten. FĂźr die SpĂźlung muss das Frischgas (entweder Gemisch oder Luft) unter Druck stehen. Um diesen zu erzeugen, wird entweder das Kurbelgehäuse und Kolbenunterseite als Pumpe benutzt oder ein externes Ladegebläse verwendet. Abgasturbolader (bei groĂen Dieselmotoren) werden mit Hilfsgebläsen kombiniert, da beim Anfahren oder bei niedriger Last Druck und Menge des Abgases nicht ausreicht, um sie mit ausreichender Wirkung zu betreiben.
Der ideale Otto- oder Diesel-Kreisprozess nähert dabei den Ablauf im Motor nur an, denn das Gas tauscht Wärme mit der Umgebung aus und Verbrennung und Gaswechsel dauern eine gewisse Zeit. Die Abweichungen werden durch den Gßtegrad beschrieben.
Technische Grundsätze
SpĂźlung
Das Ziel der SpĂźlung ist, in der kurzen Zeit, in der Ein- und AuslassĂśffnungen frei sind, das verbrannte Gemisch zu ersetzen, durch Luft (bei Direkteinspritzung, zum Beispiel Dieselmotor) oder durch das Kraftstoff-Luft-Gemisch (beim Ottomotor mit Saugrohreinspritzung oder Vergaser). Hierbei soll einerseits mĂśglichst wenig Restgas im Zylinder bleiben, andererseits aber auch mĂśglichst wenig Frischgas durch den Auslass verlorengehen. Man unterscheidet drei Varianten der SpĂźlung:cite-ref-19[19]
QuerstromspĂźlung
Aus- und Einlasskanal liegen einander gegenĂźber und werden beide vom Kolben freigegeben und geschlossen. Dabei Ăśffnet sich der Auslass zuerst und schlieĂt sich zuletzt. Um den Zylinder mĂśglichst gut zu spĂźlen, ist entweder der Kolben so geformt, dass er den Einlassstrom in Richtung Zylinderkopf umlenkt (Nasenkolben), oder die MĂźndung des ĂberstrĂśmkanals ist schräg nach oben gerichtet. Diese Bauart wird heute nur noch selten angewendet, weil andere SpĂźlarten effektiver und weniger verlustbehaftet sind; so war beispielsweise der letzte mehrzylindrige Motorradmotor mit QuerstromspĂźlung in der Silk 700 eingebaut.
Noch 2018 gab es Motoren kleiner Leistung wie in Rasenmähern und Kleinkrafträdern mit dieser Art der Spßlung; allerdings hat sich auch dort der 4-Takt-Motor weitgehend durchgesetzt.
GleichstromspĂźlung
Bei gleichstromgespĂźlten Motoren liegen Aus- und Einlasskanal an entgegengesetzten Enden des Zylinderraums. Das Frischgas schiebt das Abgas in immer gleiche Richtung vom Einlass zum Auslass. Beim Gegenkolben- und Doppelkolbenmotor dienen nur Schlitze etwas Ăźber dem unteren Totpunkt der einzelnen Kolben dem Gaswechsel. Bei Zylindern mit einem Kolben dienen in der Regel Schlitze am unteren Totpunkt dem Einlass und ein gesteuertes Ventil im Zylinderkopf dem Auslass. Der Auslass kann vor dem Einlass geschlossen werden, was die SpĂźlverluste verringert und bei aufgeladenen Motoren notwendig ist.
UmkehrspĂźlung
Bei dieser von Adolf SchnĂźrle 1924 entwickelten und patentiertencite-ref-patent-umkehrsp-lung-7-1[7] Variante mĂźnden zwei gegenĂźberliegende ĂberstrĂśmkanäle tangential zur Zylinderwandung. Der Auslasskanal liegt zwischen ihnen, also alle drei nebeneinander auf einer Seite des Zylinders. Die beiden GasstrĂśme aus den ĂberstrĂśmkanälen treffen aufeinander und werden an der Zylinderwand in Richtung Brennraum und dort zum Auslasskanal hin umgelenkt. Bis der Gasstrom den Auslass erreicht, hat den der Kolben schon fast geschlossen. Der Frischgasverlust ist geringer als bei der QuerstromspĂźlung und der Kolbenboden kann flach ausgefĂźhrt werden. Bei der ersten UmkehrspĂźlung gab es nur zwei ĂberstrĂśmkanäle, später wurden Systeme mit Haupt- und Nebenkanälen entwickelt, was in den 1980er-Jahren zu bis zu acht ĂberstrĂśmkanälen fĂźhrte.cite-ref-20[20] Die UmkehrspĂźlung findet bis heute beim Zweitakt-Ottomotor Verwendung.
Beispiele fĂźr Steuerwinkel
Je nach Anwendungszweck kĂśnnen die ĂberstrĂśm- und Auslasssteuerwinkel erheblich variieren. Bei schlitzgesteuerten Zweitaktmotoren findet man ĂberstrĂśmwinkel im Bereich zwischen 115° und 140° Kurbelwellendrehung, und Auslasssteuerwinkel zwischen 135° und 200° vor, wobei der Auslass stets vor den ĂberstrĂśmkanälen Ăśffnet.
Gasdynamik
kurbelgeh-c3-a4usesp-c3-bclungkurbelgeh-usesp-lung
⢠Nutzung des Kurbelgehäuses als Pumpe (âKurbelgehäusespĂźlungâ)
Das Kurbelgehäuse wird zusammen mit der Kolbenunterseite als Pumpe benutzt, um den fĂźr die SpĂźlung nĂśtigen Ăberdruck zu erzeugen. Der Kolben komprimiert in der Aufwärtsbewegung das Gas im Brennraum und erzeugt gleichzeitig im Kurbelgehäuse einen Unterdruck, wodurch Frischgas angesaugt wird. In der Abwärtsbewegung wird dieses dann komprimiert (vorverdichtet). Der Zylindereinlass ist Ăźber einen ĂberstrĂśmkanal mit dem Kurbelgehäuse verbunden. In der Nähe des unteren Totpunktes gibt der Kolben die EinlassĂśffnung frei, und das nun unter Druck stehende Frischgas strĂśmt durch den ĂberstrĂśmkanal in den Zylinder.
⢠Resonanzen in den Ansaug- und Auspuffrohren
Der Zweitaktmotor ist â wie in geringerem MaĂe auch der Viertaktmotor sowie ganz allgemein und in unterschiedlichem AusmaĂ andere Wärmekraftmaschinen â ein Resonanzsystem, dessen Leistungsentfaltung allerdings im Unterschied zum 4-Takt-Motor sehr stark von den Schwingungseigenschaften der verwendeten Gase abhängig ist (Trägheit). Beim Auslassvorgang kann die StrĂśmung der Abgase durch geeignete Gestaltung der Auspuffanlage besonders effizient genutzt werden.
Sobald der Kolben den Auslass-Schlitz freigibt, strĂśmen die Abgase in den Auspuff. Die StrĂśmungsgeschwindigkeit vermindert sich erst im Diffusor. Solange strĂśmt das Gas unverändert weiter, und durch dessen Trägheit entsteht ein Druckgefälle in Richtung Auspuff (bildlich: Die Gassäule saugt am Auslass). Der Diffusor hat dabei im Gegensatz zu einem weitverbreiteten Irrglauben nur die Aufgabe, das Abgas auf niedrigere Geschwindigkeit zu bringen, ohne dass dabei die StrĂśmung abreiĂt. Am zweiten Kegelstumpf wird etwas später die Druckwelle reflektiert. Hier staut sich das Gas aufgrund der Trägheit, und die so entstandene Welle läuft in Richtung Zylinderauslass zurĂźck. Dadurch wird Frischgas, das in den Auspuff gedrĂźckt/gezogen wurde, in den Zylinder zurĂźckgeschoben. Dies geschieht vollständig jedoch nur im optimalen Arbeitspunkt, auf den die Abgasanlage berechnet worden ist. Bei abweichender Drehzahl gelangt auch ein Teil der Abgase so wieder in den Zylinder zurĂźck, oder nicht alles Frischgas wird zurĂźckgeschoben. Innerhalb eines gewissen Drehzahlbandes sind diese Verluste aber akzeptabel, da dadurch weder Verbrauch noch Abgasqualität noch Leistung zu stark beeinträchtigt werden. Bei Mofas und Mopeds wird dies allerdings häufig dazu verwendet, die Leistung durch eine Begrenzung der Drehzahl zu drosseln, indem die Abgasanlage auf eine niedrige Drehzahl hin optimiert wird.
Durch diese Art des Ladungswechsels werden die Frischgasverluste erheblich vermindert; man bezeichnet eine solche Abgasanlage als Resonanzauspuff. Die Länge und Form des Auspuffs in Verbindung mit der HÜhe der Auslassschlitze entscheiden ßber das Drehzahlband, welches der Auspuff unterstßtzt. Bei kurzen Auspuffen und hohen Auslassschlitzen ist die Zeit, in der das verbrannte Abgas wieder reflektiert oder herausgesaugt wird, kßrzer, und der Motor somit eher fßr hÜhere Drehzahlen konzipiert. Das Gegenteil gilt fßr lange Auspuffe und flache Auslass-Schlitze. Auf diese Art kann ein Zweitaktmotor auf ein gewisses Drehzahlband relativ gut abgestimmt werden; auf einen einzelnen Lastpunkt etwa in stationärem Betrieb sind die StrÜmungsverhältnisse dagegen optimal abstimmbar mit entsprechend hohen Wirkungsgraden und gutem Abgasverhalten. Durch Membraneinlass und eine Schwingungskammer am Einlass kann die Resonanzfrequenz in gewissem Maà ebenfalls beeinflusst werden, jedoch bei Weitem nicht so sehr wie durch das beschriebene Resonanzverfahren.
Da in erster Näherung am Ende des Ansaugvorganges immer atmosphärischer Druck im Zylinder ist, kann bei Otto-Zweitaktmotoren von Qualitätsregelung gesprochen werden. Ăber die Drosselklappe des Einlasssystems wird nur das Verhältnis von Gemisch zu Restabgas im Zylinder variiert. Der im Teillastbereich hohe Anteil von Abgasen im Zylinder fĂźhrt zu schlechten VerbrennungsgĂźten mit hohem Kohlenmonoxid- (CO) und Kohlenwasserstoffgehalt (CmHn) im Abgas bei geringen Stickoxidemissionen (NOx).
Der dargestellte Resonanzeffekt wird in geringerem MaĂe auch bei Viertaktmotoren eingesetzt, um bei VentilĂźberschneidung bessere Gaswechsel zu erreichen.
Schmierung
Mischungsschmierung
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Hauptartikel
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Gemischschmierung
Die Mischungsschmierung ist eine Verbrauchsschmierung, bei der Ăl zum Kraftstoff zugemischt wird. Dadurch wird beim Verbrennungsvorgang der Ălbestandteil mit verbrannt. Nachteilig ist die beim Verbrennungsvorgang entstehende Ălkohle, die sich im Arbeitsraum sowie in der Auspuffanlage ablagert und die Leistung des Motors beeinträchtigt. Die Entfernung der Ablagerungen in der Auspuffanlage kann durch âAusbrennenâ oder chemische AuflĂśsung vorgenommen werden. Anfang der 1930er Jahre lag das Mischungsverhältnis (Ăl : Benzin) bei 1 : 10, später wurde dieses auf 1 : 15 und 1 : 18 reduziert.cite-ref-21[21] Bis in die 1970er Jahre fuhren Rennmotorräder mit einem Mischungsverhältnis von 1 : 20, teilweise mit RizinusĂśl vermischt, um Kolbenklemmern beim Schubbetrieb vorzubeugen. FĂźr normale Motorräder oder Roller war jahrelang das Verhältnis 1 : 25 Ăźblich; so auch beim ersten Modell des Trabant P 50. Durch die Verwendung von HochleistungsĂślen wurde das Ăl-Benzin-Verhältnis bei Motoren mit Mischungsschmierung im Laufe der Jahre von 1 : 33 (z. B. Trabant P 50) auf 1 : 50 (z. B. Trabant 601) und 1 : 100 reduziert.cite-ref-22[22]cite-ref-23[23] Moderne Kettensägen und andere tragbare Motorgeräte werden mit einem Mischungsverhältnis von 1 : 50 betrieben (2 % Ăl).cite-ref-24[24]cite-ref-25[25]cite-ref-26[26]
Getrenntschmierung
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Hauptartikel
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Getrenntschmierung
Bei der Getrenntschmierung wird das erforderliche SchmierĂśl getrennt vom Kraftstoff bereitgestellt. Das erste Motorrad von Scott, das 1908 gebaute Grundmodell der 3 3/4, hatte bereits Getrenntschmierung. Bei dem 1934 entwickelten Modell 3S fĂśrderten drei Ălpumpen das FrischĂśl an die Zylinderlaufbahnen.cite-ref-cat-27-0[27] 1961 brachte die Auto Union GmbH fĂźr das Modell Auto Union 1000 eine âFrischĂśl-Automatikâ auf den Markt; das Ăl wurde von einem separaten Behälter von einer Dosierpumpe in die Vergaserschwimmerkammer gepumpt und dort im Verhältnis von 1 : 40 vermischt. 1964 entwickelte Yamaha das âAutolube-Systemâ fĂźr Motorräder, bei der das Ăl in den Ansaugstutzen des Vergasers geleitet wurde. Bei Volllast erreichte das âAutolube-Systemâ ein Mischungsverhältnis von 1 : 20, bei Leerlauf 1 : 150.
Die âechteâ Getrenntschmierung bei Serienmotorrädern bot Suzuki im Jahre 1971 mit der GT 750 wieder an, bei der eine Dosierpumpe das Ăl direkt an die Schmierstellen (Lager, Zylinderwände) befĂśrdert. Die Pumpe befĂśrdert das Ăl lastabhängig durch die Stellung des Gasgriffs, ein System, das später auch von Kawasaki angewandt wurde und der Ălsumpfschmierung des Viertaktmotors entspricht.cite-ref-28[28]
Ălumlaufschmierung
GrĂśĂere Zweitaktmotoren kĂśnnen mit geschlossenem SchmierĂślkreislauf gebaut werden, vergleichbar einem Viertaktmotor. Typische Vertreter solcher Motoren sind Zweitakt-Diesel fĂźr Nutzfahrzeuge. Sie mĂźssen dann ein Ladegebläse haben, da das Kurbelgehäuse nicht zur Vorverdichtung genutzt werden kann.
Verlustschmierung
GroĂe Zweitaktmotoren wie Schiffsdiesel kĂśnnen als Kreuzkopfmotoren insbesondere bei älterer Bauart mit Verlustschmierung ausgelegt sein. Dazu werden die Schmierstellen wie Haupt- und Pleuellager oder Kreuzkopf direkt Ăźber eine Ălleitung mit Schmierstoff versorgt, der dann neben dem Lager ins Freie austritt und abtropft.
Steuerungsverfahren
Einlasssteuerung
Kolbenkantensteuerung
Dies ist die weitaus verbreitetste Form, kostengĂźnstig und mechanisch einfach, die vor allem bei kleinen Motoren verwendet wird. Die Kolbenoberkante gibt in der Nähe des unteren Totpunktes die ĂberstrĂśm- und AuslassĂśffnung in der Zylinderwand frei. Die Kolbenunterkante gibt in der Nähe des oberen Totpunktes den Einlass in das Kurbelgehäuse frei. Vorteil ist hierbei die Ăffnung und SchlieĂung des Einlasses, der ĂberstrĂśmkanäle (ĂberstrĂśmer) und des Auslasses ohne zusätzliche mechanische Bauteile. Eine andere Bezeichnung hierfĂźr ist Schlitzsteuerung.
Drehschiebersteuerung
Bereits 1911 entwickelte Alfred Angas Scott einen wassergekĂźhlten Motor im Modell 3 3/4 mit Drehschiebersteuerung.cite-ref-29[29] Der Plattendrehschieber, wie wir ihn heute kennen, wurde in den 1950er Jahren von Daniel Zimmermann aus GrĂźnheide entwickelt, in der DDR patentiertcite-ref-patent-flachdrehschieber-8-1[8], in Bootsmotoren, Motoren von Kleinstrennwagen (ZPH) und MZ-Rennmotorrädern und am Trabant angewendet. Hierbei wird der Einlass in das Kurbelgehäuse durch eine Ăffnung in einer auf der Kurbelwelle angebrachten rotierenden Scheibe geĂśffnet und verschlossen. Der Vorteil gegenĂźber kolbenunterkantengesteuerten Motoren ist die MĂśglichkeit, den Ăffnungszeitpunkt unabhängig vom SchlieĂzeitpunkt (asymmetrisch in Bezug auf den Kurbelwellenwinkel) zu steuern. Siehe auch: Schiebersteuerung bei Zweitaktmotoren
Membransteuerung
Die schwachfedernde und leichte Membran (auch Zungenventil genannt) Ăśffnet schon bei geringem Unterdruck und schlieĂt schlagartig bei erreichtem Druckausgleich; sie verhindert ZurĂźckblasen und passt sich einem breiten Drehzahlband an. Ein grundlegender Unterschied zwischen einem vom Unterdruck geĂśffneten Steuerorgan und einem vom Arbeitskolben freigegebenen Schlitz besteht im (relativ) sanften Abheben der Membranen oder Ventile gegenĂźber dem raschen Ăffnen zur Kurbelkammer, in der schon ein nennenswerter Unterdruck herrscht. Das dadurch verschärfte Ansauggeräusch fällt bei Rennmotoren nicht in die Waagschale, wohl aber im Alltag.
Die ersten membrangesteuerten Zweitaktmotoren wurden Anfang der 1920er Jahre gebaut. Dabei handelte es sich um den 5-Liter-Einzylinder-GlĂźhkopfmotor des Lanz Bulldog und einen 0,8-Liter-Zweizylindermotor fĂźr Pkw von Grade. Beide Motoren hatten eine unsymmetrische Steuerung des Frischgaseinlasses mittels automatischer Ventile. Während der Grade-Motor Tellerventile hatte, kam beim Lanz-Bulldog bereits eine Membranzungen-Steuerung mit Begrenzung des Ăffnungswinkels der Membranzungen zur Anwendung.cite-ref-kft75-30-0[30]
Diese fand sich 1927 auch am 350 cmÂł Hubraum groĂe Motor des Ăśsterreichischen Motorrad-Herstellers Titan. Ingenieur Karl SchĂźber war der Konstrukteur der Einlasssteuerung mit einem 4-Blatt-Membraneinlass.cite-ref-31[31] Das Membranventil, als Zungenventil ausgelegt, wurde am Einlasskanal angebracht, das bei Unterdruck im Kurbelgehäuse Ăśffnet und bei Ăberdruck schlieĂt. Der Vorteil war die automatische Anpassung an die StrĂśmungsverhältnisse bei allen Drehzahlen. Der zuverlässige Arbeitsbereich dieses Membranventils endete bei einer Drehzahl von maximal 5.000 minâ1.cite-ref-32[32] Trotz seinerzeit noch mäĂiger Drehzahlen begrenzten Materialschwierigkeiten bei den Membranen die AnwendungsmĂśglichkeiten. MembranbrĂźche traten regelmäĂig auf und fĂźhrten zu Motorschäden. Dennoch orientierte man sich auch bei den Zschopauer Motorenwerken (Marke DKW) am Titan-Motor und brachte von diesem ausgehend 1931 das Motorrad Block 350 mit Membransteuerung heraus. Parallel dazu ergab sich jedoch eine andere Entwicklung: 1932 wurde die neuartige UmkehrspĂźlung von der Auto Union AG in Serie gebracht, die eine erhebliche Leistungssteigerung auch ohne Membransteuerung und hĂśhere Drehzahlen ermĂśglichte.cite-ref-kft75-30-1[30] Dieses Prinzip wurde in der Folge von zahlreichen anderen Herstellern von schnelllaufenden Zweitaktmotoren Ăźbernommen. Im Zuge der Verbreitung von Fahrrädern mit Hilfsmotor und Mopeds in der Nachkriegszeit versuchten sich erneut einige Hersteller an der Membransteuerung, darunter Lutz und Anfang der 1960er Jahre auch Fichtel & Sachs. Auch diesen Motoren war jedoch wegen Materialproblemen kein Erfolg beschieden.cite-ref-kft75-30-2[30]
1971 entwickelte Yamaha das Membranventil neu, indem die Membranzungen nun eine Dachform aufwiesen. Dadurch wurde ein verhältnismäĂig groĂer Durchflussquerschnitt erreicht.cite-ref-33[33] Der Kolben verschlieĂt zunächst den zur Membrane fĂźhrenden Weg, der Kurbelhausdruck sinkt und reiĂt die Membranzungen plĂśtzlich auf, wesentlich weiter und wirksamer, auch zum Anfachen der gewĂźnschten Schwingungen. Da der Ansaugkanal auĂerdem als (fĂźnfter) ĂberstrĂśmkanal dient, erzeugen die nach oben strĂśmenden Frischgase hinter den Membranzungen einen statischen Unterdruck â je schneller, umso stärker â und saugen ein zusätzliches Quantum Frischgas an, direkt vom Ansaugweg in den Arbeitszylinder. Hinzu kam, dass Yamaha die Materialprobleme lĂśsen konnte. Zunächst waren die Membranzungen dĂźnner Federstahl, die aber nicht direkt auf dem Druckgussgehäuse, sondern auf einer speziellen Gummischicht auflagen. Der Effekt war eine Aufpralldämpfung der Zungen beim SchlieĂen, das sich nicht sofort, sondern wellenartig vollzieht. Herbert Friedrich (Entwickler des Drehschiebers bei der Auto Union AG und später des Trabantmotors) nahm an, dass Yamaha hierbei die gesammelten Erfahrungen mit Schwingungen im Instrumentenbau geschickt auf die Motorenentwicklung Ăźbertragen habe.cite-ref-kft75-30-3[30]
Dieses Prinzip erlaubte es schlieĂlich, sämtliche Serienmotoren ungeachtet dreistelliger Literleistungen mit Membranen und besserem Drehmomentverlauf auszustatten. Das Zungenventil arbeitet bis zu einer Drehzahl von 8.000 minâ1 zuverlässig.cite-ref-34[34] Neueste Technik ersetzt die Metall-Membranzungen durch glas- oder kohlenstofffaserverstärkte Membranzungen. Die Massenträgheit ist geringer als bei Metall-Membranplättchen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt des membrangesteuerten Motors sind deutlich bessere Verbrauchswerte.cite-ref-35[35]
Kraftstoffeinspritzung
Der Gutbrod Superior und der Goliath GP 700 mit Zweitaktmotor waren 1951 die ersten Pkw mit Benzindirekteinspritzung. Das unter der Leitung von Hans Scherenberg entwickelte System wurde von Bosch zugeliefert.cite-ref-36[36] Die NSU Motorenwerke stellten in den 1950er Jahren Versuche mit Benzindirekteinspritzung (mechanische DruckstoĂeinspritzung) an Motorradmotoren an. MotobĂŠcane entwickelte 1973 zusammen mit Bosch eine analoge elektronische Saugrohreinspritzung in die ĂberstrĂśmkanäle an ihrem Dreizylinder-Zweitaktmotorrad, der MotobĂŠcane 350, zur Serienreife.cite-ref-37[37] 1997 stellte Bimota mit der Vdue einen Zweizylinder-Zweitaktmotor mit Benzindirekteinspritzung vor. Zwei EinspritzdĂźsen je Zylinder spritzten in HĂśhe der ĂberstrĂśmkanäle den Kraftstoff direkt in den Zylinder ein.cite-ref-38[38] Aprilia folgte im Jahre 2001 mit dem 50-cmÂł-Roller SR 50 DiTech mit Benzindirekteinspritzung.
Auslasssteuerung
Die erste Form der Auslasssteuerung stammt von Yamaha, durch eine Veränderung der Ăffnungsdauer des Auslasskanals. Dabei wurde mit einem kleinen Walzendrehschieber der Ăffnungsquerschnitt des Auslasskanals nur bei hĂśheren Drehzahlen ganz freigegeben. Das erste rein mechanisch gesteuerte Yamaha-Power-Valve-System (YPVS) erschien 1978 bei der OW 35, der 500-cmÂł-Rennmaschine von Yamaha.cite-ref-39[39] Die elektronische Steuerung folgte ab 1983, auch im Serienmotor bei dem Modell RD 350 LC YPVS.cite-ref-40[40] Bei der Version von Suzuki (Suzuki Intake Power Chambre) wird mittels Walzdrehschieber bei niedrigen Drehzahlen eine zusätzliche Resonanzkammer geĂśffnet; so auch beim System von Kawasaki (Kawasaki Integrated Power-Valve).cite-ref-41[41] Bei der Auslasssteuerung von Honda (Autocontrol Torque Amplification Chamber, kurz ATAC) wird bei niedrigen Drehzahlen das Auspuffvolumen vergrĂśĂert (Beispiel Honda NS 400 R).cite-ref-42[42] Der FĂźllungsgewinn der Auslasssteuerung erreicht zwischen 20 und 40 % gegenĂźber der ungesteuerten Version.cite-ref-43[43]
Bauweise als Ottomotor
⢠Einzylinder: Bei tragbaren Geräten wird der Zweitaktmotor ßblicherweise als gebläsegekßhlter Einzylinder ausgelegt.
⢠Zweizylinder: Zweizylinder in Reihe (Kurbelwelle quer zur Fahrtrichtung) waren anfangs luft- später wassergekßhlt (DKW); mit Drehschiebersteuerung liegt der Primärantrieb zwischen den Zylindern. Pkw mit Zweizylinder-Zweitaktmotor waren die DKW F 1 bis DKW F 8 und deren Nachfolger; in der BRD DKW F 89 und in der DDR der IFA F 8, der P 70 und der Trabant. Hinzu kamen verschiedene Modelle von Lloyd (Automarke) und das Goggomobil. Auch in Schweden (Saab 92), Japan (Kei-Cars verschiedener Hersteller), Italien (Vespa 400) und Polen (Syrena) wurden Zweizylinder-Zweitaktmotoren in Autos eingebaut.
⢠Dreizylinder: Das Motorrad Scott 3S von 1934 hatte einen Dreizylinder-Zweitaktmotor längs eingebaut; ein Motorenexemplar soll 1939 an die Auto Union AG verkauft worden sein.cite-ref-cat-27-1[27] Die Auto Union AG präsentierte 1939 den dreizylindrigen DKW F 9, 1950 brachten der Industrieverband Fahrzeugbau mit dem IFA F 9 und 1953 die Auto Union GmbH mit dem DKW F 91 einen Dreizylinder im Pkw auf den Markt. Deren Nachfolger wurden von der Auto Union GmbH bis 1966 endend mit dem DKW F 102 und von IFA bis 1989 endend mit dem Wartburg 353 gebaut. Kleintransporter und Mini-Busse mit Dreizylinder-Zweitaktmotor waren unter anderem der Barkas B 1000 und der Suzuki Carry. Kawasaki fĂźhrte 1969 in der Kawasaki 500 H1 einen luftgekĂźhlten und Suzuki 1971 in der Suzuki GT 750 einen wassergekĂźhlten Dreizylinder-Reihenmotor bei Motorrädern serienmäĂig ein; MotobĂŠcane folgte 1973 mit dem Modell MotobĂŠcane 350. DarĂźber hinaus wurden aus dem Rennsport die Dreizylinder mit zwei stehenden und einem liegenden Zylinder von der Auto Union GmbH (1953) entwickelt und eingesetzt; zwei liegende und ein stehender Zylinder wurden 1983 von Honda (NS400 R, wassergekĂźhlt) gebaut. Als Sternmotor wurden Dreizylinder von der Firma KĂśnig um 1937 mit 500 cmÂł Hubraum als Bootsmotor, und in den 1990er Jahren in unterschiedlichen Hubraumvarianten als Antrieb fĂźr Ultraleichtflugzeuge gebaut.
⢠Vierzylinder: Bei Pkw kamen diese nur beim DKW 4=8 (V-Motor) und Aero 50 zur Verwendung. Der Vierzylinder-Zweitaktmotor mit quadratisch angeordneten Zylindern wurde in dem Motorrad-Modell RG 500 Gamma von Suzuki, und in Form eines 50°-V-Motors mit zwei Kurbelwellen in der RD 500 LC von Yamaha eingesetzt.
⢠Sechszylinder: In Rennbooten gab es V6-Motoren.
⢠Achtzylinder: Von Galbusera entwickelt. AuĂerdem wurde von Evinrude in den 1980er Jahren mit den Reihen 250XP, 270XP, 300XP bzw. 3.6XP und dem 4.0XP Zweitakt-V8-Motoren entwickelt und produziert. Der 300XP hält den Geschwindigkeitsrekord fĂźr AuĂenbordmotoren auf Wasser mit Ăźber 175 mph (280 km/h). In der Standardversion schĂśpft er 230 kW (300 PS) bei 6.250/min aus 3,6 Litern Hubraum. Der Motor war später ebenfalls in einer 4,0-Liter-Version verfĂźgbar, allerdings mit unwesentlich mehr Leistung.
Sonderbauarten
Doppelkolbenmotor
Beim Doppelkolbenmotor arbeiten zwei Kolben in einem gemeinsamen Brennraum; meist steuert ein Kolben die ĂberstrĂśm-, der andere die AuslassĂśffnungen. Je nach Konstruktion des Kurbeltriebes kann man dadurch unsymmetrische Steuerzeiten erzielen. Man unterscheidet nach den Kurbeltrieben folgende Bauarten:
⢠Das Haupt- und Nebenpleuel (Anlenkpleuel) nach dem Patent von Arnold Zoller.cite-ref-45[45] (Auch bei Nachkriegs-Puchs und Manet S 90.)
⢠Eine Kurbelwelle mit einer KrÜpfung und längs (d. h. parallel) zur Kurbelachse gegabeltem Pleuel (Triumph BDG).cite-ref-47[47] Diese Version ermÜglicht Gleichstromspßlung, jedoch keine unsymmetrischen Steuerzeiten.
Vorteile:
⢠GleichstromspĂźlung, das heiĂt geringere Durchmischung von Alt- und Frischgas.
⢠GrĂśĂere ĂberstrĂśmkanäle und AuslassĂśffnungen, da man einen grĂśĂeren Zylinderquerschnitt zur VerfĂźgung hat.
⢠Geringere Spßlverluste, besonders wenn keine spezielle Resonanzauspuffanlage vorgesehen ist.
Nachteile:
⢠Problematische Kßhlungssituation der dßnnen Wand zwischen den Zylinderbohrungen.
⢠Keine beliebige Gestaltung der Brennraumform mÜglich, da auf eine mÜglichst strÜmungsgßnstige Umlenkung des Frischgases durch den Brennraum geachtet werden muss.
Durch die systematische Erforschung und Nutzbarmachung der Schwingungsvorgänge im Auspuffsystem seit Ende der 1950er Jahre ßberwiegen heute im Kleinmotorenbereich die Nachteile des Doppelkolbenmotors gegenßber dem umkehrgespßlten Einkolbenzweitakter.
Gegenkolbenmotor
Beim Gegenkolbenmotor arbeiten zwei Kolben gegeneinander in einem Zylinder. Diese LĂśsung hat bei gleicher Kolbenanzahl geringere thermische Verluste, da die ZylinderkĂśpfe fehlen. Es gibt sie mit zwei (oder drei, dann auch drei Zylinder) per Zahnradgetriebe gekoppelten Kurbelwellen oder mit einer Kurbelwelle und langen Zwillingspleueln, die Ăźber ein Joch auf den zweiten Kolben wirken, oder der Kurbelwelle unter den liegenden Zylindern und Kipphebeln mit je zwei Pleueln.
Ventil-Zweitakter
Tellerventile im Zylinderkopf zur Auslasssteuerung werden bei langhubigen Zweitaktern in GroĂdieselmotoren verwendet. Die GleichstromspĂźlung hat thermo- und spĂźldynamische Vorteile und ermĂśglicht unsymmetrische Ein- und Auslasssteuerzeiten.
Rennsport
Formel 1
Theoretisch erreicht der Zweitaktmotor bei gleichen Voraussetzungen (Hubraum, Drehzahl) die doppelte Leistung eines Viertaktmotors. In der Praxis erreicht er durch den hohen Abgasanteil an der Frischgasladung nicht den Mitteldruck eines Viertakters. Das Reglement der Formel 1 verbietet seit 1984 den Einsatz von Zweitaktmotoren; 1934â1937 war in der Vorläuferklasse nur das Fahrzeuggewicht auf 750 kg limitiert, sodass es Versuche gab, mit aufgeladenem Doppelkolbenmotor an der Rennserie teilzunehmen.cite-ref-48[48]
Motorradsport
Bei Motorradrennen ist der Zweitaktmotor erst 1911 in dem Rennmotorrad Scott Modell 3 3/4 von Alfred Angas Scott gegenßber dem Viertaktmotor konkurrenzfähig geworden. 1912 und 1913 gewannen Fahrer auf Scott Modell 3 3/4 die Rennen der Senior-Klasse der Isle of Man TT auf dem Snaefell Mountain Course.
1932 erschienen die ersten Rennmotorräder mit Doppelkolbenmotor von der Auto Union AG (Marke DKW), später mit Kolbenladepumpe. Das erfolgreichste Modell in der Klasse bis 250 cm³ Hubraum war vor dem Zweiten Weltkrieg die nahezu unschlagbare DKW ULD 250.
Die 1949 eingefĂźhrte Motorrad-Weltmeisterschaft dominierten Zweitaktmotoren in den Klassen bis
⢠50 cm³ von 1962 bis zur AuflÜsung der Klasse 1983, unterbrochen nur in der Saison 1965 von Honda mit Viertaktmotor,
Der letzte dominante 500-cmÂł-Zweitakter war der Seriensieger ab der Saison 1994, die Honda NSR 500, die in ihrer letzten Ausbaustufe 132 kW Spitzenleistung erzielte.cite-ref-49[49]cite-ref-50[50]
Motorradgespann: Von 1975 bis 1996 und im Sidecar-Worldcup 1997 dominierten Zweitaktmotoren. 2001 wurden die 500-cmÂł-Zweitakter verboten und durch 1000-cmÂł-Viertakter ersetzt.
Die Zeit der Zweitaktmotoren in StraĂenrennmotorrädern dauerte von 1911 bis 2012, wo sie mit EinfĂźhrung der Moto3-Klasse endgĂźltig endete. Im Geländesport (Endurosport) dominiert der moderne Zweitakter nach wie vor durch die kompakte und leichte Bauweise bei vergleichsweise hoher Leistungsausbeute. Bekannte Hersteller fĂźr Wettbewerbs-Zweitakter sind KTM, Beta, GasGas, Yamaha und Sherco.
Rennboote
Der Zweitaktmotor wird heute noch regelmäĂig als Antrieb fĂźr Rennboote im Motorbootsport der Union Internationale Motonautique eingesetzt.cite-ref-51[51] In der Klasse bis 2600 cmÂł erreicht z. B. ein V-60-Grad-6-Zylinder-AuĂenbordmotor 200 PS (147 kW) bei 6500â7000 minâ1.cite-ref-52[52]
Bootsmotoren
Als AuĂenbordmotoren finden Zweitakter Grenzen hinsichtlich der Ăl-Emissionen, die beim Verbrennungsvorgang auch in die Gewässer gelangen. Erste Regelungen finden sich in der 1993 erlassenen Bodensee-Schifffahrts-Ordnung.cite-ref-53[53] Seit 1. Januar 2007 existieren als eine Richtlinie Emissionsvorschriften fĂźr Zweitaktmotoren europaweit.cite-ref-54[54] Die darin enthaltenen Grenzwerte sind fĂźr Zweitaktmotoren, wenn Ăźberhaupt, nur mit Direkteinspritzung zu erreichen.cite-ref-55[55]cite-ref-56[56]cite-ref-57[57] Entsprechend der Landesschifffahrtsverordnungen einzelner Länder kĂśnnen nach geltendem Recht jedoch Abweichungen von der Richtlinie bestehen. So ist in der LSchiffV Brandenburg lediglich die Begrenzung des Ălgehaltes im Kraftstoff auf 2 % vorgeschrieben.cite-ref-58[58]
Emissionen von Zweitaktmotoren
Einfache und kleine Zweitaktmotoren haben gĂźnstigere Rohemissionen von Stickoxiden (NOx), beispielsweise liegen diese beim Trabantmotor bei nur einem Zehntel im Vergleich zu einem ähnlich kleinen Viertaktmotor (gemessen jeweils ohne Katalysator).cite-ref-59[59] Auch die Kohlenmonoxid-Emissionen (CO) liegen gĂźnstiger als bei vergleichbaren Viertaktmotoren. Beispielsweise wies der Wartburg 353 schon Anfang der 1970er Jahre in der Werkseinstellung unter 2,0 Vol% CO im Leerlauf auf,cite-ref-60[60] â ein Wert, den damalige Viertaktmotoren kaum erreichen.
Das Problem des Zweitaktmotors sind jedoch die sehr groĂen Emissionen der deutlich riech- und sichtbaren Kohlenwasserstoffe. Diese sind zum Teil gesundheitsschädlich, beispielsweise kann im Abgas Benzol enthalten sein.
Die GrĂźnde fĂźr die hohen Emissionen von Kohlenwasserstoffen sind:
⢠SpĂźlverluste, durch die unverbranntes Kraftstoff-Ăl-Gemisch ins Abgas gelangt.
⢠Die Kolbenringe Ăźberlaufen die SpĂźlĂśffnungen; dadurch wird Ăl von der Zylinderwand in den Gasstrom gerissen, was zu mehr Emissionen, auch bei Motoren mit Ălsumpfschmierung, fĂźhrt. Der Zweitaktmotor hat ein oder zwei Kolbenringe, der Viertaktmotor in der Regel drei (Verdichtungsring, Zwischenring und Ălabstreifring).cite-ref-61[61]cite-ref-62[62]
Mit groĂen Zweitaktmotoren lassen sich hingegen prinzipiell gute Emissionswerte erzielen.
Gesetzliche Grenzwerte und Verdrängung aus dem Kraftfahrzeugbereich
Als im Jahr 1970 Grenzwerte fĂźr Kohlenwasserstoff-Emissionen von Pkw in der EG eingefĂźhrt wurden, bedeutete dies das Aus fĂźr den Zweitaktmotor im Pkw. In der DDR wurde zwar ebenfalls der Grenzwert von 4,5 Vol.-% fĂźr CO-Emissionen 1971 im Landeskulturgesetz festgelegt,cite-ref-64[64] allerdings kein Grenzwert fĂźr Kohlenwasserstoffe. Deshalb konnten in der DDR weiterhin Pkw mit Zweitaktmotor neu verkauft werden. Ende der 1980er Jahre war die DDR das einzige verbliebene Herstellerland von Zweitakt-Pkw, auch in anderen Ostblock-Staaten wurden zu dieser Zeit keine Autos mit Zweitaktmotor mehr hergestellt. Die auĂergewĂśhnliche Entwicklung in der DDR wurde erst im Zusammenhang mit der politischen Wende gestoppt, und der bis Juli 1990 gebaute Trabant 601 war das weltweit letzte produzierte Serien-Auto mit Zweitaktmotor.
Wesentlich später griffen Grenzwerte fĂźr Kohlenwasserstoffe bei Motorrädern. Nachdem der Zweitaktmotor vom Rennsport im Jahr 1994 aus GrĂźnden der Luftreinhaltung ausgeschlossen wurde, kam es 1999 mit der Euro-1-Norm zu einer Begrenzung des zulässigen Kohlenwasserstoff-AusstoĂes. Im Zuge der Euro-2-Norm ab 2003 wurden grĂśĂere Motorräder mit Zweitaktmotor fast vollständig verdrängt: Eines der letzten Zweitaktmotorräder mit StraĂenzulassung Ăźber 150 cmÂł Hubraum war die bis 2002 gebaute Aprilia RS 250 mit 249 cmÂł Hubraum und 55 PS/40 kW Leistung, die den Ăźberarbeiteten Motor der Suzuki RGV 250 Gamma hatte. Tatsächlich gelang es einigen Herstellern aber auch noch, Zweitaktmotoren zu bauen, die die bereits relativ strenge Euro-3-Norm erfĂźllten, darunter Vespa mit der PX 125/150 und KTM mit der Freeride 250 R.cite-ref-65[65] Das endgĂźltige Aus fĂźr den Zweitakter in Motorrädern brachte dann jedoch die ab 2016 geltende Euro-4-Norm.cite-ref-66[66] Allerdings produziert der tschechische Hersteller Jawa bis heute Zweizylinder-Zweitakt-Motorräder und verkauft diese in Nicht-EU-Staaten.
Kleine Motorroller mit Zweitaktmotoren (bis 50 cmÂł Hubraum) nahmen noch bis vor einigen Jahren durch ihre gesundheitsschädlichen Emissionen eine dominante Rolle bei der Luftverschmutzung in groĂen Städten ein.cite-ref-67[67] Hintergrund war, dass die Euro-3-Norm fĂźr Kleinkrafträder nicht umgesetzt wurde, sodass es erst mit der EinfĂźhrung der Euro-4-Norm auch fĂźr Kleinkrafträder im Jahr 2016 zu einem Einbaustopp von Zweitaktmotoren kam. Bis dahin waren Kleinkrafträder mit Zweitaktmotor am Markt noch relativ stark verbreitet gewesen.
| | Emissionsgrenzwerte fßr Motorräder Angaben in mg/km | Emissionsgrenzwerte fßr Motorräder Angaben in mg/km | Emissionsgrenzwerte fßr Motorräder Angaben in mg/km | Emissionsgrenzwerte fßr Motorräder Angaben in mg/km | Emissionsgrenzwerte fßr Motorräder Angaben in mg/km |
|---|---|---|---|---|---|
| Norm | Euro 1 | Euro 2 | Euro 3 | Euro 4 | |
| TypprĂźfung | ab 17. Jun. 1999 | ab 1. April 2003 | ab 1. Jan. 2006 | ab 1. Jan. 2016 | |
| CO | 8.000 / 13.000 3 | 5.500 | 2.000 | 1.140 / 1.000 6 | |
| HC | 4.000 / 3.000 3 | 1.200 / 1.000 5 | 800 / 300 5 | 170 / 380 4 / 100 6 | |
| NO x | 100 / 300 3 | 300 | 150 | 90 / 70 4 / 300 6 | |
| PM | | | | 80 6 | |
Viertakt
V-max < 130 km/h
ab 150 cmÂł
mit Dieselmotor
| | Emissionsgrenzwerte fßr Kleinkrafträder (KKR) und Pkw Angaben in mg/km | Emissionsgrenzwerte fßr Kleinkrafträder (KKR) und Pkw Angaben in mg/km | Emissionsgrenzwerte fßr Kleinkrafträder (KKR) und Pkw Angaben in mg/km | Emissionsgrenzwerte fßr Kleinkrafträder (KKR) und Pkw Angaben in mg/km |
|---|---|---|---|---|
| Norm | Euro 4 (KKR) | Euro 5 (Pkw) | Euro 6b (Pkw) | |
| TypprĂźfung | ab 1. Jan. 2016 | ab 1. Jan. 2011 | ab 1. Sept. 2015 | |
| CO | 1.000 | 1.000 | 1000 | |
| HC | 630 | 100 | 100 | |
| NO x | 170 | 60 | 60 | |
| PM | â | 4,5 7 | 4,5 | |
| Partikelzahl | â | â | 6¡10 11 | |
mit
Direkteinspritzung
cite-ref-68[68] (Stand Dezember 2016)
Diesel-Zweitakter
â
Hauptartikel
:
Zweitakt-Dieselmotor
Historische Diesel-Zweitakter
Bekannte Zweitakt-Dieselmotoren mit Auslassventilen im Zylinderkopf waren die Baureihen 53, 71, 92, 149 (Kubikzollangaben) der Detroit Diesel Corporation (DDC). Diese Zweitaktmotoren erzeugten den SpĂźlluftstrom mit einem Roots-Gebläse â teilweise mit vorgeschalteten Turboladern â und hatten wassergekĂźhlte LadeluftkĂźhler. Zweitakt-Dieselmotoren fĂźr Lastwagen mit gesteuerten Auslassventilen produzierten auch die Kruppwerke bis in die 1950er Jahre. Gegenkolbendieselmotoren sind die Junkers Jumo-Flugmotoren mit zwei Kurbelwellen, der Napier Deltic mit drei Zylinderreihen und drei Kurbelwellen und der Commer TS-3, ein Lkw-Motor mit einer Kurbelwelle und zwei Pleueln und einem Kipphebel je Kolben.
Moderne, ventilgesteuerte Zweitaktmotoren
Viele der heutigen Zweitakter haben gesteuerte Auslassventile und Einlassschlitze. Gespßlt werden sie mit getrennten Ladepumpen. Hierdurch wird ein sauberer Gaswechsel erreicht. Es ist keine Gemischschmierung notwendig, die Kurbelwelle läuft wie beim Viertakter in druckÜlgeschmierten Gleitlagern.
Diese Bauweise eignet sich besonders fĂźr langsamlaufende Motoren mit groĂem Hubraum (Schiffsdiesel, mit Bohrungen von fast einem Meter und HĂźben von Ăźber drei Metern), da die niedrige Drehzahl immer ausreichend Zeit fĂźr den Gaswechsel lässt und das Gewicht der externen Lader keine Rolle spielt. Wegen des verwendeten Treibstoffs (BunkerĂśl) gibt es solche ventilgesteuerten Zweitakter nur als Diesel.
Der groĂe turbogeladene Zweitakt-Schiffsdieselantrieb wird in Bezug auf den thermischen Wirkungsgrad unter den Wärmekraftmaschinen nur von stationären kombinierten Gas-und-Dampfturbinen Ăźbertroffen. Ein Schiffsdieselcite-ref-69[69] mit einem spezifischen Kraftstoffverbrauch von weniger als 160 g/kWh kann im Bestpunkt bis zu 55 % der chemisch gebundenen Energie des Kraftstoffes in nutzbare mechanische Arbeit verwandeln. Pkw-Viertakt-Turbodiesel kommen im Bestpunkt auf 40â42 % Wirkungsgrad, Lkw-Viertakt-Turbodiesel auf 45 %, Viertakt-Ottomotoren mit Turbo auf 35â37 %.
Ein besonderer Anwendungsfall ist der japanische Typ-90-Panzer, der von einem Mitsubishi-10ZG-Zweitaktmotor mit Dieseldirekteinspritzung und Roots-Gebläse zur Aufladung angetrieben wird. Der US-amerikanische Transportpanzer M113 ist mit einem wassergekßhlten Zweitakt-V6-Dieselmotor von General Motors ausgerßstet (die Produktionsabteilung wurde später ausgegliedert und in Detroit Diesel Corporation umbenannt). Er liefert eine Leistung von 156 kW (M113A1 und M113A2) bzw. 202 kW (M113A3).
Literatur
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⢠Wolf Albrecht Doernhoeffer: Zweitakt-Praxis. 3. Auflage. Christian-Rieck-Verlag, Eschborn 2004, ISBN 3-924043-19-1. (Dieses Buch erschien unter dem Originaltitel Zweitakt-Praktikum â Betriebs-Taschenbuch fĂźr kleine Zweitakt-Ottomotoren bereits 1942 im Franckh-Kosmos-Verlag. Bis auf neuere Entwicklungen in den Bereichen Werkstoffe, Motormanagement und Schadstoffreduzierung durch CWI und dergleichen ist dieses Buch auch heute noch aktuell.)
⢠Michael Heise: Zweitakt-Fahrzeugmotoren. Fachbuchverlag, Leipzig 1953.
⢠Pavel Husåk: Zweitaktmotorräder. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-613-01161-1.
⢠Hans List: Der Ladungswechsel der Verbrennungskraftmaschine. Band 4, Teil 2: Der Zweitakt. Springer, Wien 1950.
⢠Christian Rieck: Zweitakt-Motoren-Tuning. Rieck, Eschborn 2004, ISBN 3-924043-25-6. (erklärt die Funktionsweise des Zweitaktmotors und MÜglichkeiten zur Leistungssteigerung)
⢠Herbert J. Venediger: Zweitaktspßlung insbesondere Umkehrspßlung. Franckh, Stuttgart 1947.
Weblinks
Commons
: Zweitaktmotoren
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Zweitaktmotor
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wikibooks: Motoren aus technischer Sicht â Zweitaktmotor
â Lern- und Lehrmaterialien
⢠Zweitaktprinzip
Einzelnachweise
cite-note-11. â Foto: Zweitaktmotor System Benz (Memento vom 12. Dezember 2013 im Webarchiv archive.today)
cite-note-22. â Scan: Day-Motor (abgerufen am 27. Mai 2013)
cite-note-33. â Siegfried Rauch: Der Zweitaktmotor im Motorradbau. In: Christian Bartsch: Ein Jahrhundert Motorradtechnik. VDI-Verlag, DĂźsseldorf 1987, ISBN 3-18-400757-X, S. 125.
cite-note-44. â Christian Bartsch: Ideen und Rohrkrepierer, auf: automobil-industrie.vogel.de, 13. August 2007 (abgerufen am 26. Mai 2013)
cite-note-55. â Neue ErdĂślkraftmaschinen. In: Polytechnisches Journal. 303, 1897, S. 246â251.
cite-note-66. â 1971 wurde die Membransteuerung von Yamaha perfektioniert
cite-note-patent-umkehrsp-lung-77. â Patent DE511102C: Zweitaktmaschine, insbesondere Dieselmaschine, mit einseitiger UmkehrschlitzspĂźlung. Angemeldet am 24. Juni 1924, verĂśffentlicht am 28. Oktober 1930, Erfinder: Adolf SchnĂźrle.â
cite-note-patent-flachdrehschieber-88. â Patent DE948019C: EinlaĂsteuervorrichtung, insbesondere fĂźr Zweitaktbrennkraftmaschinen. Angemeldet am 26. April 1953, verĂśffentlicht am 28. März 1956, Erfinder: Daniel Zimmermann.â
cite-note-99. â Zur Perspektive des Zweitakt-Ottomotors. In: Kraftfahrzeugtechnik 3/1978, S. 76â77.
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cite-note-1414. â Der Zweitaktmotor â gestern, heute und morgen. In: Kraftfahrzeugtechnik. 2/1962, S. 52â56.
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cite-note-6363. â G. Merker, Chr. Schwarz, G. Stiesch, F. Otto: Verbrennungsmotoren. 2. Auflage. Teubner, Stuttgart u. a. 2004, ISBN 3-519-16382-9.
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